Parodontologie

Die Parodontitis gehört neben der Karies zu den häufigsten Krankheitsbildern in der Zahnmedizin
Eine Parodontitis (früher wurde sie auch Parodontose genannt) ist eine schubweise verlaufende Entzündung des Zahnbetts, das aus dem Zahnfleisch und dem Zahnhalteapparat besteht (Parodont, Zahnfleisch und Kieferknochen).
Im Unterschied zur normalen Zahnfleischentzündung (Gingivitis) ist bei einer Parodontitis auch der Kieferknochen befallen. Wenn die Erkrankung länger besteht und nicht behandelt wird, werden die Zähne zunehmend empfindlich auf Kälte, Wärme und Süßes, außerdem bereitet das Kauen Schmerzen. Nach Jahren werden sie locker und fallen aus.
Von leichten Formen der Parodontitis ist fast die Hälfte aller Erwachsenen betroffen. Etwa jeder Zehnte leidet unter der schweren Erkrankungsform, die unbedingt behandelt werden sollte.
Die Parodontitis ist nach der Karies die 2. häufigste Erkrankung der Mundhöhle und ist wie die Karies bakteriellen Ursprungs. Sie ist die Hauptursache für ausfallende Zähne und weltweit verbreitet.
Eine Parodontitis entsteht über Monate. Da die Symptome häufig nicht sehr ausgeprägt sind, bleibt sie lange Zeit unentdeckt. Entzündet sich das Zahnfleisch (Gingivitis) wird es rot, schwillt an und wird empfindlich. Ein Warnhinweis kann Zahnfleischbluten sein. Die Krankheit beginnt in vielen Fällen mit der Bildung von Belägen und Zahnstein. Zahnstein verursacht keine Schmerzen, zeigt sich aber durch eine gelbliche Verfärbung der Zähne. Zahnschmerzen und Löcher in den Zähnen sollten immer Anlass sein, zum Zahnarzt zu gehen. Bei einer Karieserkrankung untersuchen wir auch immer den Zustand des Zahnfleisches und das Risiko für eine Parodontitis. Ist eine Zahnfleischtasche entstanden, kann sich hier durch die Entzündung Eiter bilden. Hervorquellender Eiter beim Zähneputzen oder bei Druck auf das Zahnfleisch ist ein akutes Symptom, das schnellstmöglich untersucht werden sollte. Bildet sich der Zahnhalteapparat zurück, ist mehr von der Zahnbasis (Zahnhals) zu sehen. Es sieht so aus, als ob die Zähne gewachsen wären. Bei wackelnden Zähnen, im Endstadium der Parodontitis, sollten sie unbedingt sofort einen Zahnarzt aufsuchen. Nur so ist der Zahn vielleicht noch zu retten.
Darüber hinaus kann sie erhebliche Auswirkungen auf die Gesamtgesundheit haben. Erkrankungen des Herzens und anderer innerer Organe und ein um siebenfach erhöhtes Risiko von Frühgeburten können durch Parodontitis-Bakterien ausgelöst werden.
Leider werden die Gefahren der Parodontitis immer noch erheblich unterschätzt. Dabei handelt es sich um eine Krankheit, die - rechtzeitig erkannt - heilbar ist bzw. durch rechtzeitige präventive Maßnahmen absolut vermeidbar ist. Für die Auswahl einer individuell abgestimmten Therapie ist dabei die Kenntnis der Faktoren von maßgeblicher Wichtigkeit, die für die Entstehung und den Verlauf der Erkrankung verantwortlich sind. Wir verfügen über ein neu entwickelten mikrobiologischen Markerkeimanalyse Test, den so genannten micro-IDent®-Test der uns wichtige Informationen liefert um damit frühzeitig den Weg für die richtige Prophylaxe bzw. Therapie bereitet.
Bakterien sind für Entstehung und Verlauf einer Parodontitis verantwortlich
Die Ursachen für eine Parodontitis sind sehr vielfältig. Die Ernährung, die Mundhygiene, der Speichel, Bakterien und v.a. das Immunsystem spielen eine Rolle. Der wichtigste Faktor sind hierbei die Bakterien. Diese speziellen Bakterien leben häufig in geringer Anzahl im Mund, ohne Schaden anzurichten. Vermehren sie sich aber, schädigen sie Zähne und Zahnfleisch.
Bakterien vermehren sich in der Mundhöhle zum einen dann, wenn sie gut gefüttert werden (durch Zahnbeläge, Zahnstein, Ernährung) und zum anderen, wenn sie nicht durch spezielle Maßnahmen der Mundhygiene (Professionelle Zahnreinigung) vertrieben werden.
Um eine auf den einzelnen Patienten abgestimmte, erfolgsversprechende Therapie zu ermöglichen, ist es daher wichtig zu wissen, welche Faktoren bei dem jeweiligen Patienten eine Parodontitis verursachen. So kann zum Beispiel das Vorhandensein bestimmter Bakterienarten eine gezielte Antibiotikatherapie notwendig machen. Ob und welches Antibiotikum in welcher Menge für die Therapie eingesetzt wird, hängt dabei entscheidend von Art und Anzahl der vorhandenen Keime ab. Insbesondere die fünf wichtigsten Markerbakterien Actinobacillus actinomycetemcomitans, Porphyromonas gingivalis, Bacteroides forsythus, Prevotella intermedia und Treponema denticola sind ursächlich mit der Entstehung und dem Fortschreiten der Parodontitis assoziiert, indem sie Stoffe produzieren und induzieren, die letztendlich über eine Entzündungsreaktion zu einer massiven Zahnfleischentzündung und Knochenverlust führen.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Wahl des richtigen und optimal wirkenden Antibiotikums, um einen nachhaltigen Behandlungserfolg zu erzielen. Hierzu ist eine vorhergehende Diagnose mittels eines PCR-DNA-Sondentests (Fa. IHA - Tübingen) unabdingbar.
Wie funktioniert der micro-IDent®-Test?
Die Durchführung des Tests ist für den Patienten schmerzfrei. Nach Entfernung der unter dem Zahnfleisch liegenden Plaque und anschließender Trockenlegung des umgebenden Bereichs wird eine Papierspitze bis zum Grund der zu untersuchenden Zahnfleischtasche geführt und dort für 20 Sekunden belassen. Die nun mit Plaque und Sulkusfluid beladene Papierspitze wird dann in einem Transportröhrchen versendet. Der Bakterien-Nachweis erfolgt auf der Ebene der extrem stabilen Erbsubstanz DNA. Nach ca. 1 Woche erhält man schließlich den Befund über Art und Anzahl der nachgewiesenen Keime sowie einen Therapiehinweis bezüglich geeigneter Antibiotika. Die Grundlage für eine diagnostisch fundierte Therapie für einen bleibenden Behandlungserfolg ist damit gelegt. Zu beachten ist aber, dass der micro-IDent®-Test in der Regel erst bei einer Parodontitis mit Taschentiefen über 4 mm sinnvoll ist.
Parodontitis ist keine Erkrankung, die von heute auf morgen entsteht. Sie benötigt Wochen bis Monate. Das ist die Zeit, die Sie haben, um die Erkrankung zu stoppen. Gehen Sie regelmäßig zur Vorsorge, eine professionelle Zahnreinigung sollte 2x pro Jahr gemacht werden.
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